Belia Seniorenresidenz Dortmund

Selbstverteidigung gibt Sicherheit – Kurs für Belia-Nachtwachen

„Versucht den Angreifer auf das Ohr zu schlagen, weil das extrem empfindlich ist. So gewinnt ihr wertvolle Zeit!“, erklärte Trainer Ricardo den Teilnehmenden des Belia-Selbstverteidigungskurses. 15 KollegInnen (hauptsächlich Nachtdienste) aus acht Seniorenresidenzen trafen sich zum Üben des Ernstfalls – das Abwehren eines Angreifers. „Der Schutz der eigenen Sicherheit ist wichtiger als jeder Tresor“, machte Sara Schrötter aus dem Zentralen Team zu Beginn klar. Die wichtigste Regel, wenn eine Person in ein Haus eindringt, laute deshalb: In einer bedrohlichen Situation erst sich selbst in Sicherheit bringen und den Notruf wählen. Selbstverteidigung sei immer nur die letzte Option.

Geleitet wurde das Training von Ricardo, der hauptberuflich als Leibwächter arbeitet. In das Training ließ er Erfahrungen aus seinem Berufsalltag einfließen, etwa aus Einsätzen im Sicherheitsdienst bei Demonstrationen. Für die praktischen Übungen hatte er die Trainingspuppe Igor mitgebracht, die im Laufe des Kurses einiges einstecken musste.

Ricardo demonstrierte, wie empfindlich bestimmte Körperstellen sind. Er zeigte, wie Schläge aufs Ohr oder gezielte Griffe zum Hals einen Angreifer kurzfristig außer Gefecht setzen können. Anschließend übten die Teilnehmenden selbst verschiedene Abwehrtechniken. Dabei ging es unter anderem darum, Bewegungen eines Angreifers zu blockieren oder sich aus Griffen zu lösen. Auch mögliche Szenarien wurden durchgespielt: Wie reagiert man, wenn eine Situation plötzlich eskaliert? Wie kann man einen Angriff abwehren, etwa wenn ein Messer im Spiel ist? Trotz des ernsten Themas war die Stimmung gelöst und lustig, die Gruppe arbeitete interessiert und mit sichtbarem Spaß.

Zwischen den praktischen Übungen war immer wieder Raum für Fragen. Dabei ging es nicht nur um Techniken, sondern auch um rechtliche Aspekte – etwa darum, was im Rahmen von Selbstverteidigung erlaubt ist und welche Konsequenzen bestimmtes Handeln haben kann.

Ein weiterer Teil des Kurses widmete sich der deeskalierenden Kommunikation. Dieser Abschnitt stand zwar nicht im Mittelpunkt des Trainings, brachte aber viele Teilnehmende zur Selbstreflexion. Wie spreche ich mit einer aggressiven Person? Welche Reaktionen verschärfen eine Situation – und welche können sie beruhigen? „Möglicherwiese ist das ein weiterer Kurs, den wir zukünftig anbieten“, nahm Qualitätsmanagerin Sara Schrötter den Input auf.

Der Selbstverteidigungskurs ist Teil verschiedener Maßnahmen, mit denen Belia derzeit auf erhöhte Einbruchszahlen in einigen Residenzen reagiert. Neben technischen Sicherheitsmaßnahmen soll das Training vor allem dazu beitragen, dass sich Mitarbeitende im Nachtdienst sicherer fühlen und in möglichen Gefahrensituationen handlungsfähig bleiben. Der Kurs war der erste von zwei geplanten Terminen.

 

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