„Da komme ich nicht dran“: Azubis erleben Alltag mit Einschränkungen

Mit einer Hand die Tür aufhalten, mit der anderen den Rollator. Die Waren sind schlecht zu identifizieren. Das Mehl ist im unteren Regal, da komme ich nicht dran. Und werde ich gerade angesprochen? Ich kann das nicht hören …

Belia-Ausbildende haben einen Selbstversuch gestartet: Am Rollator, im Rollstuhl und mit Spezialbrille und Kopfhörern sind sie in den Supermarkt gegangen. „Deutlich schwieriger“ sei es gewesen: Die Einschränkungen haben für Unsicherheit gesorgt, sie fühlten sie sich hilfsbedürftig und ausgeschlossen. Ohne Unterstützung wäre der Einkaufskorb wohl leer geblieben …

Für alle Auszubildenden bei Belia gehören solche Erfahrungen zum Praxistag. An diesem Tag sollen die Azubis selbst eine Alterserfahrung machen, so das Anliegen von Belia Geschäftsführer Andreas Anspach. Also wurde in Mönchengladbach zum Praxistag ein Alterungsanzug organisiert und es ging nach draußen. Die Auszubildenden erlebten hautnah, wie es sich anfühlt, unter den körperlichen Bedingungen eines hochbetagten Menschen unterwegs zu sein.

Mit der begleitenden Praxisanleiterin wurden die Erfahrungen anschließend reflektiert: Welche Situationen haben verunsichert? Wann entstand das Gefühl von Abhängigkeit? Und was bedeutet das später für die eigene Arbeit in der Pflege? Viele Teilnehmende nahmen aus dem Tag vor allem mit, wie stark körperliche Einschränkungen den Alltag beeinflussen. Dinge, die sonst nebenbei funktionieren, brauchen plötzlich Zeit, Kraft oder Unterstützung. Für die zukünftigen PflegekollegInnen bedeutet das: Geduld, klare Kommunikation und Aufmerksamkeit sind Schlüssel für den Umgang mit älteren Menschen. Lektion gelernt!

 

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